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Institut für Entwerfen und Städtebau/Leibniz Universität Hannover
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In memoriam Friedrich Spengelin (1924 - 2016)

 

Friedrich Spengelin war einer der bedeutendsten Stadtplaner der alten Bundesrepublik, der mit Planungen, Bauten und in Diskussionen die Haltungen eines den Menschen zugewandten Städtebaus verkörperte. Die Reihe der Orte, für die er - mit seiner Frau Ingeborg Spengelin, mit seinen Büropartnern in Hamburg, Hannover und Bonn - Pläne und Projekte erstellte ist eindrucksvoll: Hamburg, Helgoland, Bremen, Celle, Düsseldorf, Göttingen, Greifswald, Hamburg, Hameln, Magdeburg, Münster, Osnabrück, Trier, Ulm, Wolfsburg, Wuppertal, Meckenheim-Merl.

 

Friedrich Spengelin (Kempten, 1924) hat 1943-48 an der Technischen Hochschule München studiert. Er war Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg, der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, des Deutschen Werkbundes, des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, und des Bundes Deutscher Architekten. Er wurde u.a. mit den BDA-Preisen der Länder Bremen und Niedersachsen ausgezeichnet, und 1986 mit dem Fritz-Schumacher-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg, gemeinsam mit Ingeborg Spengelin. Von 1989 bis 1997 war er Direktor der Abteilung Baukunst der Akademie der Künste Berlin - zunächst in Berlin (West); zusammen mit Walter Jens hat er die Vereinigung der Berliner Akademien vorangetrieben. Zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Stadtplanung, Stadtgestaltung, Stadtentwicklung und -erneuerung, Hochschulplanung und Wohnungsbau zeigen sein umfassendes und intensives Arbeiten zwischen Wissenschaft und Praxis.

 

An der Technischen Hochschule Hannover (heute: Leibniz Universität Hannover) war Friedrich Spengelin von 1961 bis 1966 ordentlicher Professor am Lehrstuhl für Entwerfen. Von 1966 bis 1993 war er ordentlicher Professor am Lehrstuhl für Städtebau, Wohnungswesen und Landesplanung. Er hat maßgeblich das Fach Städtebau und die Fakultät für Architektur mitgeprägt; auch die Aufstockung des alten Fakultätsgebäudes wurde von ihm entworfen. Sein Einfluss auf Generationen von Absolventen und Mitarbeitern war von großer Bedeutung.

 

Die Zeichnungen von Orten und Landschaften von Friedrich Spengelin sind sicherlich auch weiter ein Ansporn an unser Institut für Entwerfen und Städtebau, eine Aufforderung zum Genau Hinsehen und zur künstlerischen Gestaltung gerade auch in größeren Maßstäben.

 

Mit "Stadtbild und Stadtlandschaft", der Planung für Kempten 1977, hat Friedrich Spengelin besonders zu einer Neuausrichtung des Städtebaus in komplexen Räumen beigetragen. Lange vor Konzepten wie der "Città Diffusa" (Indovina, 1990), "The Changing Territory" (Boeri, Lanzani, 1993) und der "Zwischenstadt" (Sieverts, 1996) zeichnet "Stadtbild und Stadtlandschaft" von Friedrich Spengelin aus, dass ein räumlich-gestalterischer Zugang zu den Transformationen von Stadt und Land behauptet und entwickelt wird - an man heute anknüpft, mit den Konzepten des "Architektonischem Urbanismus" oder der "Architecture of Territories“.

 

JS