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Institut für Entwerfen und Städtebau/Leibniz Universität Hannover
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Produktive Stadt

The Productive City

Aufgabe/ Ziel: Von Soziologen, Stadtplanern und Ökonomen wird vermehrt auf die Notwendigkeit einer Wiederansiedlung materieller Produktion in den Städten gefordert, um so vorherrschende soziale Ungleichheiten entgegenzuwirken, wirtschaftliche Potenziale besser zu nutzen und letztlich attraktivere Städte zu schaffen. Ausgehend davon befasst sich unser Institut mit dem Thema der produktiven Stadt und der Entwicklung von Modellen, die ein Nebeneinander von Wohnen und Produktion im städtischen Kontext ermöglichen.

Die Entstehung und Entwicklung von Stadt ist unmittelbar mit der Ökonomie der Stadt verbunden, die auf materieller und nicht-materiellen Produktion beruht. Dem entsprechend unterliegt die Organisation der Stadt und ihre Produktivität den Gesetzmäßigkeiten lokaler, wie auch zunehmend globaler politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen. Während die Industrialisierung seit der Moderne und die globalisierte Wirtschaft zu einer Ausdünnung der Vielfalt innerstädtischer Ökonomien hin zu reinen Dienstleistungsstandorten und gleichzeitig zur Auslagerung der Güterproduktion in entlegene Gewerbegebiete an den Rand der Metropolen und darüber hinaus in andere Länder geführt hat, zeigen sich zunehmend die Probleme einer solchen Trennung materieller Produktion von der Wissensproduktion für die Stadt und deren Gesellschaft. So konnte der Verlust an Arbeitsplätzen in der industriellen Fertigung nicht durch die Schaffung meist höherwertiger Arbeitsplätze in der Dienstleistungsbranche ausgeglichen werden. Die dadurch entstandene „Entkoppelung von Beschäftigungsentwicklung und Arbeitslosigkeit“ (Läpple) verhindert einen Aufstieg und Anschluss unterer sozialer Schichten an die Mittelschicht. Gleichzeitig haben Städte und damit die Gesellschaft durch die Auslagerung der materiellen Produktion die an Produktionsstandorte gebundenen Innovationspotenziale, d.h. ihr synergetisches Potenzial, verloren. Ergebnis sind strukturschwache Stadtquartiere mit abgegrenzten sozialen Milieus, die den hochentwickelten, strukturstarken und konsumorientierten Innenstadtbezirken gegenüberstehen. Gleichzeitig leiden außerhalb der Städte die bestehenden Industrieparks unter der Abwesenheit von Urbanität als Kapital zur Wissensproduktion.

Dieser Situation steht die Bemühung gegenüber, die materielle Produktion und damit auch Innovationspotenziale wieder vermehrt in die Stadt zurückzuholen. Während Unternehmen noch immer ihre Betriebe aus Kostengründen in periphere Gewerbegebiete verlagern, ist es die Aufgabe von Architekten und Stadtplanern, Modelle für materielle Produktion in der Stadt zu entwickeln. Dabei interessieren uns die Potenziale, die im Zusammenspiel von materieller Produktion, Wissensproduktion und sozialer Teilhabe für das Wohnen und Arbeiten in der Stadt entstehen können.

Zentraler Bestandteil der Forschung zum Thema der produktiven Stadt ist die systematische Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen städtischen sowie architektonischen Fallstudien, die ein Nebeneinander von Wohnen und Produktion aufzeigen sowie Ansätze einer sozial und ökonomisch nachhaltigen Stadtentwicklung liefern können.


Laufzeit:
seit 2016

Projektleitung/ -durchführung:
Prof. Andreas Quednau, Leonhard Clemens, Anett Eberhardt

Projektträger:
Leibniz Universität Hannover, IES – Städtebauliches Entwerfen

Fachveranstaltungen:
Fachlicher Nachwuchs entwirft Zukunft, Workshop „Die neo-europäische Stadt“, Universität Kassel 2017

Ausstellungen:
11. Bundeskongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik in Hamburg, 2017

Wissenschaftliche Vorträge:
Vortragsreihe „Urban Issues – The Productive City“, Leibniz Universität Hannover, 2016, Andreas Quednau und Leonhard Clemens mit Expertenvorträgen von Simon Goddard, Bastian Lange und Daan Zandbelt

 

 

Ankunftsstadt

Arrival City

Ein Drittel der Weltbevölkerung zieht über Provinzen, Länder, Kontinente hinweg vom Land in die Städte flieht vor Krieg und Gewalt oder sucht Armut, Arbeits- und Perspektivlosigkeit zu entfliehen. Diese globalen Migrationsbewegungen, die als „mankind on the move“ bezeichnet werden, werden zunehmend zu einem bestimmenden Thema für den Wohnungs- und Städtebau. Es entstehen sogenannte „Arrival Cities“ vermehrt auch in den Großstädten Europas, wie man sie vor allem aus den Megacities des globalen Südens kennt. Die ersten Wohnorte der „Newcomer“ befinden sich dort wo die Mieten gerade noch bezahlbar sind, d.h. meist in den sozial schwächeren und vernachlässigten Gebieten, in Deutschland, wie in vielen anderen Ländern Europas, sind dies oft die monofunktionalen Großsiedlungen aus den 60er und 70er des letzten Jahrhunderts und aus der Zeit der DDR. In Research by Design sollen anhand von ausgewählten Fallstudien Ansätze entwickelt werden, wie die Großsiedlungen nachverdichtet und diversifiziert werden können und so als tatsächliche Ankunftsstädte fungieren können, in dem Sinne, dass sie auch tatsächlich dem Ankommen und des Anschluss in der jeweiligen Gesellschaft dienen.


Laufzeit: 
seit 2016

Projektleitung/ -durchführung:
Prof. Andreas Quednau, Henning Dehn (bis Februar 2017)

Projektleitung/ -durchführung:
Prof. Andreas Quednau, Henning Dehn (bis Februar 2017)

Projektträger:
Leibniz Universität Hannover, IES – Städtebauliches Entwerfen

Kooperationspartner:
HOWOGE 

Projektbericht/Zusammenfassung der Ergebnisse:

Projektdokumentation „Arrival City – Konzepte Berlin Fennpfuhl“, voraussichtliches Erscheinungsdatum 2017

 

 

Städtische Raumressourcen

Urban Voids

Der hohe Flächenbedarf, insbesondere für den Wohnungsbau, stellt die Städte derzeit vor große Herausforderungen. Städtische Leerstellen, so genannte „Urban Voids“, haben ein großes Potential für die Stadtentwicklung, nicht nur durch Bebauung oder als Freifläche, sondern auch als Optionsraum mit wechselnden Nutzern und Nutzungen, als Orte mit niederschwelligen Aneignungsmöglichkeiten, die Möglichkeiten zur Teilhabe an der Gestaltung der Stadt bieten. Leerstellen kommen auch für Konzepte einer doppelte Innenentwicklung als erstes in Betracht, wobei innerstädtische Flächenressourcen einerseits teilweise bebaut werden und gleichzeitig die Freiraumversorgung qualifiziert wird. Trotz zunehmender Verdichtung soll die Stadt so als attraktiver Wohnstandort aufgewertet, die Lebensqualität erhöht sowie Freiräume vernetzt werden.

Da Verdichtung auch Konfliktpotential birgt, sollen neben der systematischen kartographischen Aufnahme und Klassifizierung der „Voids“ möglichen Zukünfte für diese entwickelt werden und möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen die Chance zur Mitwirkung an der Ausgestaltung des Verdichtungsprozesses geben werden.

Ziel des Projektes ist das Aufzeigen von urbanen Leerstellen und Entwicklungspotentialen sowie die Entwicklung und Bereitstellung von Werkzeugen zur partizipativen Stadtentwicklung, die auch über die Dauer des Projektes hinaus, die Transformation untergenutzter Potenzialräume in der Stadt zu unterstützen. Die Stadt Hannover dient dabei als Fallstudie.


Laufzeit:
seit 2016

Projektleitung/ -durchführung:
Prof. Andreas Quednau, M. Sc. Anett Eberhardt

Projektträger:
Leibniz Universität Hannover – Institut für Entwerfen und Städtebau

Kooperationspartner:
Institut für Umweltplanung

Veröffentlichungen und Fachberichte:
Leerstellenatlas Hannover Voids, www.hannover-voids.de (ab Februar 2018)

Fachveranstaltungen:

Expertenforum „Hannover Voids“, Dezember 2018

 

 

Mehrfachnutzung

Sharing City

Der Begriff Nachhaltigkeit ist eng mit dem Ressourcenbedarf einer Gesellschaft und der damit einhergehenden Ressourceneffizienz verbunden. Im Gebäudesektor ist Deutschland ein Vorreiter in Bezug auf Energieeffizienz. Bisher zielen jedoch alle Anstrengungen auf die Reduktion des Primärenergieverbrauches bzw. auf eine Deckung durch erneuerbare Energien. Dabei wird stets vorausgesetzt, dass die Deckung des zukünftigen Flächenbedarfs zwangsläufig mit Zuwachs an (neu) be- und gebauter Fläche verbunden ist. Dieser Umstand hat insbesondere in den urbanen Zentren einen zunehmenden Druck auf schwächere gesellschaftliche Gruppen und den Verlust an Freiflächen zur Folge. Das Projekt „Sharing City“ ist darauf ausgerichtet, unseren Umgang mit der Ressource Raum neu zu denken. Es geht der Frage nach, wie in bestehenden Stadtstrukturen Ruhezeiten und Unternutzung (als Beschreibung einer zu geringen Nutzung) durch bauliche, logistische und rechtliche Interventionen intensiver nutzbar gemacht werden können.

Bezeichnend für Mehrfachnutzung ist die effiziente Überlagerung von Rhythmen und Schichtungen des Gebrauchs. Auch die gleichzeitige, parallele Nutzung ist in den Begriffsbereich einzuordnen. Mehrfachnutzung kann zu einer Wiederbelebung der vormodernen Mischnutzung mit deren Flächensynergetischen Effekten beitragen. Mehrfachnutzung kann eine Herangehensweise für einen anderen Umgang mit der Ressource Raum sein.

Auf Basis einer gründlichen Analyse in Stadtspezifischen Fallstudien der bestehenden Nutzung städtischer Strukturen, den existierenden Raumressourcen und dem bestehenden Bedarf unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen sollen Verknüpfungen zwischen Raumressourcen und gesellschaftlichen Akteuren hergestellt werden, um so zur Steigerung der Nutzungseffizienz von Stadtstrukturen in urbanen Zentren beizutragen.

Ziel des Projekts „Mehrfachnutzung – Sharing City“ ist es die Möglichkeiten einer Nutzungsintensivierung der Stadtstruktur durch Mehrfachnutzung auszuloten und Grundlagen sowie Ansätze für die Umsetzung der politischen Vorgabe der „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ zu schaffen.


Laufzeit:
seit 2014

Projektleitung/ -durchführung:
Prof. Andreas Quednau, Dipl.-Ing. Julia Köpper M.Sc., Dipl.-Ing. Ina-Marie Kapitola

Projektträger:
Leibniz Universität Hannover, IES – Städtebauliches Entwerfen

Fachveranstaltungen:
Besitzt du noch oder teilst du schon? Sharing Economy im Fokus, Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart und des Stuttgart Institute of Sustainability Stiftung e.V. (SIS) in Kooperation mit dem Hospitalhof Stuttgart und aed, 2014.

Vortragsreihe URBAN ISSUES – Sharing City, Prof. Andreas Quednau und Julia Köpper, mit Vorträgen von CarpanetoSchöningh, Jeff Risom (Gehl Architects) und Gregor Puscher (Referat Stadtteilplanung der Stadt Wien), Leibniz Universität Hannover, 2017

 

 

Urban Design by Narration

Urban Design by Narration

Geschichten vermögen, wie Michel de Certeau es formuliert, den entworfenen, geometrischen, abstrakten Raum in einen gelebten Raum zu verwandeln. Erzählungen können wie kein anderes Format komplexe mehrsträngige Entwicklungen zusammenführen. Ebenso sollte jedes städtebauliche Projekt die Interpretationsoffenheit einer Fiktion anbieten. Im Rahmen des Projekts wird untersucht und erprobt wie Erzählungen als Entwurfs- und Vermittlungswerkzeug in städtebaulichen Projekten Anwendung finden werden können, um trotz inhärenter Komplexität handlungs- und gesprächsfähig zu bleiben.


Laufzeit:
seit 2016

Projektleitung/ -durchführung:
Prof. Andreas Quednau

Veröffentlichungen und Fachberichte:
Müller, S., Quednau, A., Giraffes, Telegraphs, and Hero of Alexandria – Urban Design by Narration, Ruby Press, Berlin, 2016 

 

 

stadtZUKÜNFTE

Die Stadt als ökosystemarer Dienstleister

Mit Blick auf die Stadt als dominierende menschliche Lebensumwelt und der fast vollständigen Überformung der natürlichen Umwelt steht der Städtebau vor einem Paradigmenwechsel. Die Stadt wurde bisher als ein Störfaktor sich selbst regenerierender ökologischer Systeme in Kauf genommen, und erst in jüngerer Zeit als eigenständiges Ökosystem beschrieben. Angesichts der Herausforderungen, die aus den nicht mehr – quasi als Export – nach „außen“ zu verlagernden Flächenansprüchen, die im Zusammenhang mit den notwendig gewordenen Anpassungen aufgrund des Klimawandels und der politisch beschlossenen Energiewende erwachsen, gilt es die Stadt selbst als ökosystemaren Dienstleister zu aktivieren. D.h. Bodenbildung, Nährstoffkreislauf und Erhaltung der genetischen Vielfalt, Bereitstellung von Nahrung, Wasser, Baumaterial, Regulierung von Klima, Überflutungen, Krankheiten sowie Erholung und ästhetisches Erleben müssen in städtischen Kontexten erbracht werden, anstatt in die Stadt importiert und von der Stadt konsumiert zu werden.

Die Integration ökosystemarer Dienstleistungen in das urbane Gefüge bedingt eine oftmals widersprüchliche Überlagerung von Funktionen und Ansprüchen. So müssen z.B. Erzeugung und Verbrauch von Energie und Nahrungsmitteln mit Nachverdichtungen zusammengedacht oder unterschiedliche Infrastrukturen und Nutzungssparten zusammengeführt werden. Gleichzeitig kann die Integration ökologischer Funktionen eine Chance für stadtregionale Beziehungen darstellen, Disparitäten entgegenwirken, neue Geschäftsmodelle und Betriebsformen hervorbringen und den öffentlichen Raum der Städte bereichern.

Umsetzbare Strategien zur notwendigen Aushandlung und Synthese der Flächen- und Nutzungsansprüche erfordern ein vertieftes Verständnis von ökologischen Zusammenhängen und Stoffkreisläufen einerseits und den räumlichen Bedingungen einer alltagstauglichen Stadt andererseits. Dazu wird ein grundlegend interdisziplinärer und anwendungsorientierter Ansatz verfolgt, der in Form einer Entwurfsforschung realisiert wird.

Im Rahmen des Forschungsprojekts werden die weitreichenden Ziele der „nachhaltigen Stadt“, die spezifischen Formen und Strategien der städtischen Entwicklung sowie der relevanten Referenzsysteme betrachtet. Es wird ein Spektrum an Stadtmodellen hinsichtlich des Potentials der Grundlagenbildung für eine widerstandsfähige und gerechte Stadt der Zukunft untersucht. Dabei werden Entwurfsprojekte und Realisierungen, theoretische Grundlagen und geographische Kontexte u.a. unter den Aspekten Wetter, Dichte, Netzwerke, Grün, Kreisläufe und Wiederverwertung betrachtet.

Ziel ist es, Modelle dafür herauszuarbeiten, wie Städte in einen produktiven und widerstandsfähigen Organismus transformiert werden können.


Laufzeit:
seit 2014

Projektleitung/ -durchführung:
Prof. Andreas Quednau, Frank Eittorf (2016), Dr. Agnes K. Müller (seit 2016)

Projektträger:
Leibniz Universität Hannover – Institut für Entwerfen und Städtebau

Veröffentlichungen und Fachberichte:
Quednau, Andreas (2016): Stadt entwerfen, bauen und bewohnen als Ökosystemgestaltung. In: Feldhusen, Sebastian; Poerschke, Ute; Weidinger, Jürgen (Hg.): Vermischungen in Architektur und Landschaftsarchitektur. Wolkenkuckucksheim, Internationale Zeitschrift zur Theorie der Architektur. Jg. 21, Nr. 35, www.cloud-cuckoo.net/fileadmin/hefte_de/heft_35/artikel_quednau.pdf (Abfragedatum), S. 91–101.

Müller, S. und Quednau, A., Lust am Klima, Lust am Wandel; in: der architekt, Nr. 5/16, typus und topos, Oktober 2016, Düsseldorf, S. 32-37.

Dokumentation „stadtZUKÜNFTE“, Institut für Entwerfen und Städtebau, 2016

Ausstellungen:
Post-Oil City, Chennai Trade Center, Chennai, Indien, 2012; Birla Academy of Art and Culture, Kolkata, Indien, 2012; Vadehra Gallery, New Dehli, Indien, 2012; Galerie výtvarného umění v Ostravě, Ostrava, Tschechien, 2012; O'zbekiston Badiiy Akademiyasi/Academy of Arts of Uzbekistan Tashkent, Uzbekistan u.a.

Urban By Nature, 6th International Architecture Biennale, Rotterdam, 2014.

Wissenschaftliche Vorträge:
Gemischte Quartiere – Möglichkeiten, Maßstäbe, Mischungsverhältnisse, Konferenz Vermischung, Technische Universität Berlin, 28.01.2016 

 

 

Coworking Spaces

Urbane Räume im Kontext flexibler Arbeitswelten

Das Forschungsvorhaben untersuchte mit qualitativen, empirischen Methoden (wie z.B. Interviews, teilnehmende Beobachtung, usw.) die Raumwirksamkeit einer von Mobilität und Flexibilität geprägten Arbeitsgesellschaft im urbanen Raum am Beispiel von sog. „Coworking Spaces“ in Berlin. Anhand Henri Lefebvres Theorie der Produktion des Raumes wurden die empi­rischen Ergebnisse der Arbeit auf drei unterschiedlichen räumlichen Ebenen betrachtet, um sie schließlich auf drei Maßstabsebenen mit den Konzepten der veränderten Arbeitswelt, Migration und Multilokalität und den stadtplanerischen Kontext zu verknüpfen. So wurden auf der Mikroebene die Coworking Spaces selbst, als Arbeitsorte und neuartige Büros für flexible Freiberufler analysiert; auf der Mesoebene ihre Einbindung und Rolle im lokalen kreativen Milieu, Quartier und in der Stadt beleuchtet und auf der Makroebene ihre Bedeutung im globalen Kontext herausgestellt.


Laufzeit:
2012-2016

Projektleitung/ -durchführung:
Dipl. -Ing. Agnes K. Müller

Projektträger:
Studienstiftung des deutschen Volkes

Kooperationspartner/ Betreuung:
TU Berlin, Herr Prof. Dr. em. Herrle und Frau Prof. Dr. Million

Wissenschaftliche Vorträge:
 „The Coworking Principle“, International Conference: The media of the metapolis, Weimar, Mai 2012; „Neue Arbeitswelten“, FG Städtebau und Siedlungswesen, TU Berlin, November 2015; „Coworking Spaces- Urbane Räume flexiblen Arbeitens“, Lunchtime Lecture, Leibniz Universität Hannover, Mai 2016

 

 

Transformation und Adaption urbaner Kontexte

Transformation and adaption of urban contexts

Vor dem Hintergrund, dass die Städte, vor allem in Europa, bereits gebaut sind, muss städtebauliche Theorie und Entwurfsmethodik, die vor allem im Zusammenhang mit der Planung von Stadterweiterungen entstanden ist, grundsätzlich neu definiert werden. Zwar werden die Hand­lungsfelder Stadterneuerung (Instandsetzung) und Stadtumbau (Flächenkonversion) schon seit mehreren Jahr­zehnten bearbeitet, doch ist die Transformation von urbanen Kontexten (in Form von Nachverdichtung oder Schrumpfung) aufgrund grundsätzlicher struktureller Veränderungen (gesellschaftlicher, ökonomischer und klima­tischer), für die geltende städtebauliche Herangehensweise nach wie vor eine Herausforderung – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. In der Zusammenschau von Thematiken, Projekten und Wettbewerben seit den 80er Jahren zeigt sich ein zyklisches Prinzip. Waren die Innenstädte und deren durch Suburbanisierung veranlasster Verfall damals Thema der Stadterneuerung, so sind es jetzt die suburbanen Siedlungsstrukturen, die angepasst werden müssen. Das bedeutet, dass in Zukunft auch die heute implementierten Transforma­tionen neuerlicher Anpassung bedürfen. Der Entwurf und die Entwicklung anpassungsfähiger Städte aus den existierenden Städten heraus erfordert eine über die Zeit hinweg robuste und Ressourcenbasierte Methodik der Transformation.


Im Rahmen des Projekts werden Fallstudien an unterschiedliche Projekten durchgeführt. Eine Fallstudie befasst sich mit der künstliche Halbinsel Palm Jumeirah an der Küste Dubais. Es ist ein Projekt der Superlative – und ein exemplarisches Beispiel für die weltweit in Immobilienblasen entstandenen Gated Communities und Resorts. Die spektakuläre Anlage kann kaum darüber hinwegtäuschen, dass der einstige Vermarktungsschlager mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen hat. Wie kann eine losgelöste antistädtische Exklave geöffnet und integriert werden? Lassen sich Fragen der Vernetzung, Öffentlichkeit und des bezahlbaren Wohnraums, aber auch der Klimaanpassung, Biodiversität und Energieversorgung mittels gezielter taktischer Eingriffe lösen?

Als Ergebnis dieser Fallstudie liegt die so genannte „Charter of Dubai“ vor. Es ist ein Manifest für einen kritisch-transformativen Städtebau. Subversiv soll sie dazu anregen, abgeschottete Quartiere in eine – sozial und ökologisch – offene Stadt zu überführen. Ein ausführlicher Katalog einzelner Maßnahmen, illustriert mit zahlreichen anschaulichen Zeichnungen und Referenzen, macht die Charter zu einem Handbuch für einen sozial und ökologisch engagierten Stadtumbau.


Laufzeit:
seit 2012

Projektleitung/ -durchführung:

Prof. Andreas Quednau

Veröffentlichungen und Fachberichte:
Müller, S., Quednau, A., Charter of Dubai - A Manifesto of Critical Urban Transformation; Jovis, Berlin; 2012.

Charter of Dubai, in: ARCH+, Nr. 222, Kann Gestalt Gesellschaft verändern, März 2016, Aachen, S. 68-71

Ausstellungen:
Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2015

Wissenschaftliche Vorträge:
Archäologie der Zukunft - Weiterdenken, Weiterbauen. Forum Architektur der Stadt Wolfsburg, April 2013.

Wolfsburg Weiterbauen - von Detmerode nach Hellwinkel. Wissenschaftliches Kolloquium der DASL, Mai 2013.