Stadt- und RaumentwicklungLehre
WiSe 2018/19 Bachelorstudium

Lehrangebot Bachelorstudium


  • Jonas Koenig und Mathis Bergmann
  • Jonas Koenig und Mathis Bergmann
  • Kristina Geisel und Anna Oechsner
  • Kristina Geisel und Anna Oechsner
  • Bita Akbarzadehahorbani und Amrei Gutman
  • Bita Akbarzadehahorbani und Amrei Gutman
  • Kevin Ron Schulz und Antonin Bruenner

Entwurf Stadt - TO-MORROW

Zukunft der Gartenstadt / Gartenstadt der Zukunft

2018 schließt die letzte Zeche im Ruhrgebiet. Eine Ära geht zu Ende, die nicht nur das Leben der Menschen, sondern auch das Bild der Städte tief geprägt hat. Das kann besonders gut an den Arbeitersiedlungen gesehen werden, die überall im Ruhrgebiet erhalten sind. Hier findet man bis heute bescheidene, aber liebevoll gepflegte Wohnhäuser, gelebte Nachbarschaft und Kleingartenidylle. Aber die Bedingungen haben sich verändert: Die Siedlungen und Häuser gehören nicht mehr den benachbarten Zechen, sondern befinden sich in Privatbesitz. Die Männer arbeiten nicht mehr im Bergbau und in den Gärten wird kein Gemüse mehr für den Eigenbedarf angebaut.

  Noch bieten die Arbeitersiedlungen vielen Menschen ein gutes Wohnumfeld. Angelehnt an die Prinzipien der Gartenstadtbewegung sind die Siedlungen von hoher architektonischer und städtebaulicher Qualität. Aber können die Ideen der Gartenstadt den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden? Wie können wir in Zeiten individueller Lebensmodelle Räume für Nachbarschaft und Gemeinschaft schaffen? Wie lassen sich unter den heutigen Erwerbsbedingungen Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden? Und hat die Selbstversorgung in Zeiten des Onlinehandles noch eine Zukunft?  

  • C Ture Stockter
    Zeche Lohberg
  • Beautiful Buildings
  • Gartenstadt Lohberg
  • Stadtteilbüro Hochfeld
  • City Wohnpark
  • Hinterhöfe Hochfeld
  • Theisen Kabelwerke

Exkursion - Ruhrgebiet

Im Labor des Strukturwandels 

Als die Industrialisierung im 19. Jahrhundert das Ruhrgebiet erfasste (das damals nur aus einigen Dörfern und kleinen Städten bestand), nahm dort ein historisch einmaliger Urbanisierungsprozess seinen Lauf. Hundertausende kamen aus dem In- und Ausland, suchten in der aufstrebenden Industrie Arbeit und ließen aus den Dörfern pulsierende Industriestädte werden. Die Urbanisierung verlief schneller, als sie geplant werden konnte und hinterließ schließlich einen riesigen, unüberschaubaren Siedlungsraum, bestehend aus riesigen Industrieanlagen und raumgreifenden Infrastrukturen, dazwischen städtische Zentren, Wohngebiete und paraurbane Wildnis.

Das Ruhrgebiet hat sich noch nie den gewohnten Bildern von Stadt und von Planung unterordnen lassen – auch heute nicht. Die Industrie befindet sich längst wieder auf dem Rückzug, die Bevölkerungszahlen sinken und der Siedlungsraum ist Brüchig geworden. Die große Frage lautet, wie man unter diesen Voraussetzungen lebenswerte und zeitgemäße Lebensräume entwickeln kann.