Stadt- und RaumentwicklungLehre
WiSe 2018/19 Masterstudium

Lehrangebot Masterstudium


  • Felix Rutenbeck und Ture Stockter
  • Felix Rutenbeck und Ture Stockter
  • Eugenia Schieber und Qihong Lin
  • Eugenia Schieber und Qihong Lin
  • Leona Schubert und Anh Pham Phuong
  • Leona Schubert und Anh Pham Phuong
  • Daniel Giraldo Andrade

Projekt Lang - melting Pott

 Das Ruhrgebiet (auch Ruhrpott oder kurz Pott genannt), ist seit seiner Entstehung ein Ort der Zuwanderung. Ohne Zuwanderung wäre das Ruhrgebiet nicht zu dem geworden, was es heute ist: Die größte städtische Agglomeration in Deutschland, in der Menschen unterschiedlichster Nationalitäten zusammen leben und arbeiten.

Kohle und Stahl haben diesen Menschen über Jahrzehnte ein Einkommen und eine Perspektive für den sozialen Aufstieg gegeben. Die Arbeit war der soziale „Kitt“, der das Ruhrgebiet zusammengehalten hat. Aber durch den Strukturwandel sind viele dieser Arbeitsplätze verloren gegangen und der soziale Zusammenhalt ist brüchig geworden. Das spürt man vor allem in einem alten Arbeiterviertel wie Duisburg-Hochfeld. Das Quartier leidet unter hoher Arbeitslosigkeit und sozialen Problemen.

 Auch das Stadtbild wurde stark in Mitleidenschaft gezogen: Wohnungen und Läden stehen leer, Fabrikgelände liegen brach und auf Parkplätzen und Grünflächen sammelt sich der Müll. Ob es jemals wieder genügend Arbeit in Hochfeld geben wird ist fraglich. Darum müssen andere Wege gefunden werden, um das Quartier nachhaltig und sozial verträglich zu entwickeln. Einer dieser Wege liegt in der Anpassung der städtebaulichen und urbanen Strukturen, mit denen wir uns im „Projekt lang“ befasst haben.

  • C Ture Stockter
    Zeche Lohberg
  • Beautiful Buildings
  • Gartenstadt Lohberg
  • Stadtteilbüro Hochfeld
  • City Wohnpark
  • Hinterhöfe Hochfeld
  • Theisen Kabelwerke

Exkursion - Ruhrgebiet im Labor des Strukturwandels

Als die Industrialisierung im 19. Jahrhundert das Ruhrgebiet erfasste (das damals nur aus einigen Dörfern und kleinen Städten bestand), nahm dort ein historisch einmaliger Urbanisierungsprozess seinen Lauf. Hundertausende kamen aus dem In- und Ausland, suchten in der aufstrebenden Industrie Arbeit und ließen aus den Dörfern pulsierende Industriestädte werden. Die Urbanisierung verlief schneller, als sie geplant werden konnte und hinterließ schließlich einen riesigen, unüberschaubaren Siedlungsraum, bestehend aus riesigen Industrieanlagen und raumgreifenden Infrastrukturen, dazwischen städtische Zentren, Wohngebiete und paraurbane Wildnis.

Das Ruhrgebiet hat sich noch nie den gewohnten Bildern von Stadt und von Planung unterordnen lassen – auch heute nicht. Die Industrie befindet sich längst wieder auf dem Rückzug, die Bevölkerungszahlen sinken und der Siedlungsraum ist Brüchig geworden. Die große Frage lautet, wie man unter diesen Voraussetzungen lebenswerte und zeitgemäße Lebensräume entwickeln kann.