UMBAUKULTUR | ÖKOLOGISCHES & ARCHITEKTONISCHES POTENZIAL
Der Gebäudesektor ist nicht nur ein großer Verursacher von Treibhausgasemissionen, sondern ist darüber hinaus auch in hohem Maße für den Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen, für die Erzeugung von Abfällen und für die Versiegelung von Böden verantwortlich. Durch die bisherigen Maßnahmen (die sich schwerpunktmäßig auf die Reduktion von Treibhausgasemissionen durch baulichen Wärmeschutz und Effizienzsteigerungen in der Energieversorgung konzentrierten), konnten die durch den Gebäudesektor verursachten Umwelt- und Klimabelastungen nicht auseichend gesenkt werden. Eine intensive und intelligente Nutzung baulicher Bestände ist ein wirksames Mittel, um die ökologischen Folgen des Bauens und Wohnens zusätzlich zu reduzieren. Erstens können klimaschädliche Emissionen, die bei der Erzeugung von Heizwärme entstehen, durch die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden erheblich gesenkt werden. Zweitens ist der Verbrauch von Rohstoffen, die Erzeugung von Bauabfällen und die Versiegelung von Böden bei der Nutzung von Bestandsgebäuden im Vergleich zu Abriss und Neubau wesentlich geringer. Darüber hinaus birgt die bauliche Anpassung von Bestandsgebäuden die Möglichkeit, bedeutenden Themen unserer Zeit, wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz, einen eigenständigen, architektonischen Ausdruck zu verleihen.
Die Abteilung für Stadt- und Transformation setzt sich in Forschung, Lehre und in der öffentlichen Debatte für eine ökologische und kulturelle Wende im Bausektor ein und vertritt das Thema Umbaukultur in Forschungsprojekten, Ausstellungen, Publikationen und auf Fachveranstaltungen.
dazu interessant
Forschungsprojekt:
- Warenhäuser als potenzieller Baustein und Impulsgeber einer nachhaltigen Innenstadtentwicklung, 2025 - 2026
- BQ-LCA. Lebenszyklusanalysen von Maßnahmen einer ökologisch-orientierten und sozialverträglichen Bestandsentwicklung von Siedlungen der 1950er bis 1980er Jahre, 2025 - 2027
- Q-LCA. Analyse der ökologischen Auswirkungen unterschiedlicher Siedlungsstrukturen in Neubauquartieren über ihren Lebenszyklus, 2022-2024
- Große Kaufhäuser in den Innenstädten. Kleiner baukultureller Statusbericht, 2022-2023
Lehre (Auswahl):
- Gemischte Platte. Strategien für eine nachhaltige Transformation von Großwohnsidlungen, Projekt lang, Wintersemester 2025/26
- Das dritte Leben der Litterode, Projekt lang, Sommersemester 2025
- Nichts Neues, Projekt lang, Sommersemester 2023
Publikationen (Auswahl):
- Rieniets, Tim; Prytula, Michael; Rosenberger, Joachim; Hack, Jana, 2025: Q-LCA. Analyse der ökologischen Auswirkungen unterschiedlicher Siedlungstypen in Neubauquartieren über ihren Lebenszyklus, Eigenverlag, 2025
- Christoph Grafe und Tim Rieniets (Hg.): Umbaukultur – für eine Architektur des Veränderns, Verlag kettler, 2022 (2. erweiterte Auflage)
- Christoph Grafe und Tim Rieniets (Hg.): Umbaukultur – für eine Architektur des Veränderns, Verlag kettler, 2020 (1. Auflage)
Veranstaltungen, Medienbeiträge, Projekte (Auswahl):
- Agree to Disagree Wohnungsnot bekämpfen, ohne neu zu bauen? , Arte Doku, Juni 2025
- Umbaukultur und Wohnungsbau, DBZ Podcast, September 2025
- Häuser von gestern für die Stadt von morgen, öffentlicher Vortrag, Herrenhäuser Schloss, 2023
- Leibniz Universität Hannover et al: Abriss Atlas Deutschland, 2023
- Leibniz Universität Hannover, Theatrum e.V., Deutsches Architektur Museum: Nichts Neues. Besser bauen mit Bestand, Ausstellung, aufhof Hannover, 2023
- Umbauen fürs Klima – Recycling in der Baubranche, TV-Beitrag, WDR, 2023
- Abriss. Neubau. Klimakrise. Der Umbaukultur gehört die Zukunft. TV-Feature, “Titel, Thesen, Temperamente”, ARD, 6. November 2022.
- Nachhaltigkeit in Baubranche - Architekt fordert Umbau statt Abriss von Gebäuden, Radiobeitrag, Deutschlandfunk, 2022
- Herrenhäuser Gespräche. Vom Gotteshaus zur Sparkasse?, NDR Kultur, 21.02.2021