Productive Turin I Mosca

Projekt Lang WS 25/26

 

Die „Produktive Stadt“ ist vielerorts zum Leitbild einer nachhaltigen, integrativen Stadtentwicklung geworden. In vielen europäischen Städten werden postindustrielle Transformationsareale mit hoher Dichte und vielfältigen Nutzungsmischungen in urbanen Lagen mit guter Verkehrsanbindung entwickelt. Solche Stadtquartiere reintegrieren urbane Produktionsformen wie Handwerksbetriebe, verarbeitendes Gewerbe, Nahrungsmittelproduktion oder emissionsarme Kleinfabriken ins Stadtgefüge und bieten Raum für vielfältige Formen des Arbeitens in enger räumlicher Nähe zu Wohnen, Versorgung, Bildung und Kultur.

Am Beispiel der norditalienischen Stadt Turin, wollen wir uns dieser realen Transformationsaufgabe stellen. Bekannt als Hauptstadt der Automobilindustrie in Italien, hat Turin seit dem Niedergang der Fiat-Industrie in den 1980er-Jahren ein Drittel seiner Bevölkerung verloren. Trotz einer bereits weitreichenden postindustriellen Transformation im Kontext der Olympische Spiele 2006 steht die Stadt vor großen Herausforderungen und versucht, sich neu zu erfinden. Turin will sich als Standort für Innovation und neue Produktionsformen etablieren und verfolgt das Ziel, die noch brachliegenden Industrieflächen innerhalb der Stadt zu entwickeln.

Die Transformation eines dieser Areale nehmen wir zum Anlass, uns mit der produktiven Stadt der Zukunft auseinanderzusetzen. Die Leitfragen sind: Wie lassen sich die scheinbar gegensätzlichen Anforderungen gewerblicher Nutzungen (Platzbedarf, Lärmemission, Logistik) mit denen des Wohnens (Privatheit, Lärmschutz, Freiraumqualitäten) so verbinden, dass qualitätvolle und lebenswerte Stadtquartiere entstehen? Welche städtebaulichen und typologischen Ansätze sind hierfür geeignet? Wie lebt und arbeitet man in der produktiven Stadt von morgen?

Begleitend zum Entwurf findet eine 4-tägige Exkursion nach Turin und Mailand statt, während der wir uns anhand gebauter Beispiele mit dem spezifischen Maßstab des städtebaulichen Entwerfens auseinandersetzen.

Konsultationen Di 14:00-18:00 Uhr in der Villa Braake


Lehrende

Prof. Andreas Quednau  
WM Maximilian Bräunel
WM Olga Cobuscean