Sharing Communes

Projekt Lang SS 18

Still aus Dokumentarfilm "Utopia in Four Movements" - Sam Green, 2010

In Anbetracht der explodierenden Immobilienpreise und des allgemeinen Wohnraummangels stehen viele Städte vor der Frage wie qualitätsvolles Wohnen zu bezahlbaren Preisen geschaffen werden kann.

Dazu sind neue städtebauliche Konzepte und innovative Wohnmodelle notwendig. Wie kann das Zusammenleben, -wohnen und -arbeiten, heute konzeptionell verdichtet gedacht und realisiert werden? Wie sähe eine Stadt aus, in der die Menschen nicht nur nebeneinander her, sondern tatsächlich gemeinschaftlich zusammenlebten? Kann eine Ökonomie des Teilens dazu führen, dass Dinge nicht nur von einzelnen konsumiert, sondern von vielen genutzt werden? Was kann die Architektur zu einem neuen Gemeinsinn beitragen, vor allem auch im Spannungsfeld von zunehmender Individualisierung und angestrebter Gemeinschaft.

Von Charles Fouriers Sozial- und Lebensutopie Phalanstère, über das Modell der Gartenstadt und die Kibbutz-Bewegung in Israel bis hin zu Monte Verita, Kommune1, Arcosanti und Tamera, stellen Gemeinschaften oftmals sozial- politische Ideologien in den Vordergrund ihrer Zusammenkunft, die auch als „Protest“ zu deuten sind. Heute gewinnt die Idee des Kollektivs aus wirtschaftlichen Gründen an Aktualität, es gilt das Postulat „Wer teilt hat mehr“ und der „Common Luxury“. Der demografische Wandel, die sich verändernde Kernfamilie, mehr als 50% Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte, die Digitalisierung „Home is where the WIFI is“ und auch die Frage der eigenen Individualität und Zugehörigkeit sind der Kontext, in dem „Sharing Communes“ ihre Dringlichkeit und Relevanz entfalten. Im Rahmen des Projekt Lang loten wir aus inwiefern der Kerngedanke der Sharing Economy, das Teilen, auf das Wohnen übertragen werden kann und wie ein gelungenes Stadtquartier mit den entsprechenden Wohnmodellen aussehen kann. Dazu werden Sie ausgehend von der Sphäre des individuellen Rückzugs über die des gemeinschaftlichen Wohnens beispielhafte Modelle entwickeln, die zusammen in einen Vorschlag für ein Mikroquartier im Patrick Henry Village in Heidelberg, einem Projekt der Internationalen Bauausstellung IBA, münden.


Lehrende

Prof. Andreas Quednau
WM Ina-Marie Kapitola