Stadt- und RaumentwicklungSoSe 22 Masterstudium
Seminar Der Dreck vor der eigenen Tür

Wahlpflichtmodul

Der Dreck vor der eigenen Haustür


Urban Research

Den eigenen Raum zu organisieren und gegenüber der Umgebung abzugrenzen ist ein urmenschliches Bedürfnis. Unsere hochgradig differenzierte städtische Lebensweise bringt es mit sich, dass nicht immer ersichtlich ist, wo das Eigene des Einen aufhört und das des Anderen anfängt; oftmals überlagern sich unterschiedliche Auffassungen darüber, zuweilen prallen sie auch aufeinander. Wer wo Ordnung hält ist eine existenzielle Frage von Zugehörigkeit und Macht.

Anhand von Hinterlassenschaften im städtischen Raum, die gemeinhin als „Müll“ bezeichnet werden, tritt dieses Thema öffentlich zu Tage. Da eine Fülle gesellschaftlicher Konsequenzen und komplexer Organisationsabläufe damit verbunden sind, widmen sich seit geraumer Zeit Forschungszweige in Psychologie, Soziologie oder Verhaltensökonomie der Erforschung zugrunde liegender Zusammenhänge: Welches sind persönliche, welches räumliche Eigenschaften, die der Vermüllung des Raums entgegenwirken?

Das Forschungsfeld, dem wir uns widmen werden, ist die territoriale Dimension des individuellen Zugehörigkeits- und Verantwortungsempfindens. In besonderem Maße geeignet dafür sind diejenigen Räume, die entlang der Grenzen des Miteinanders verlaufen. Diese Bereiche werden wir auf das Genaueste analysieren, um das Zusammenspiel architektonischer Elemente und menschlichem Verhalten besser verstehen zu lernen. Auf dieser Grundlage werden wir gemeinsam einen Versuchsaufbau entwerfen und durchführen, um durch wohldurchdachte Interventionen verborgene Mechanismen des Verantwortungsbewusstseins für das eigene Wohnumfeld sichtbar zu machen.

Um uns vorzubereiten, werden wir zunächst ausführlich Fachliteratur studieren, um die Anbindung unseres Forschungsvorhabens an den wissenschaftlichen Diskurs zu reflektieren. Darauf aufbauend werden Forschungsfragen formuliert, eine entsprechende methodische Vorgehensweise erarbeitet und zur Anwendung gebracht. Damit einher geht die Befähigung der teilnehmenden Forscherinnen und Forscher zur Ausbildung der Fähigkeit zum eigenständigen Erwerb theoretischer Grundlagen und zur Konzeption, Durchführung und Dokumentation eines wissenschaftlichen Versuchsaufbaus. Ziel ist die Veröffentlichung des Forschungsprojekts in einer einschlägigen wissenschaftlichen Fachzeitschrift. 

 

Vorstellung

Auftaktveranstaltung:

20.04.2022, 14:30 Uhr

erste inhaltliche Sitzung:

27.04.2022
anschließend mittwochs, 14tägig, 14.30 - 16.30 Uhr

Feldforschungswoche:

in der vorlesungsfreien Zeit vom 01.08. bis 05.08.2022